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Puh, ich habe heute den ganzen Tag mit dem Boost-It-Videoprojekt gehadert. Am liebsten hätte ich es mal wieder hingeschmissen. Oder irgendwie umgebaut. Das die Standardstrategie eines ungeduldigen, jähzornigen Trotzkopfs, die ich mir mit drei Jahren angeeignet und seitdem beibehalten habe.

Wenn es schwierig wird einfach alles fallen lassen oder besser mit Wucht auf den Boden pfeffern und die Flucht ergreifen. Am besten in die Welt der Ideen, Gedanken und Projekte. Immer schön Runden drehen im Kopf und zwar solange bis die Rübe raucht.
Und wann genau mache ich das? Wenn ich an meine Grenzen stoße und mich schwer damit tue, mich den tatsächlichen Problemen zu stellen, mit denen ich es zu tun habe.

Zu blöd für Produktivität?

Das Konzept um das es heute geht, stammt aus dem Themenfeld der Produktivität. Und selbst, wenn ich lange unter dem Label DASPRODUKTIV firmiert habe, muss ich doch zugeben, dass ich gemessen an meinem Potential, der verfügbaren Energie und meiner Ambition eher mittelmäßig produktiv bin.

Ich bin da eher ein brauchbarer Kommunikator und begabter Ideen-Jongleur -- wo andere sich mit drei Ideen parallel schwer tun, aber diese brauchbar umsetzen, da habe ich mich zeitweise vollkommen aufs Jonglieren verlegt. Dafür aber fünf bis sieben Ideen und Projekten parallel im Kopf hin und her geschoben ohne jemals den Boden zu berühren.

Viele Ansätze, die dem Bereich der “Produktivität” angehören und damit dem Selbst- und Zeitmanagement entstammen, sind gar nicht so leicht auf die Alltagsrealität eines Kreativen mit intuitiver und impulsiver Selbststeuerung zu übertragen.

Weniger verklausuliert und auch ein bisschen ehrlicher: Ein chaotischer Kreativer wird im Umgang mit Produktivitätstechniken sehr schnell mit bösen Lernaufgaben konfrontiert. Das sind dann meist Lerneinladungen, mit denen er sich besonders schwer tut und die er seit Jahren auf die lange Bank schiebt . Für mich jedenfalls kann ich das zu 100% bestätigen.

You teach what you need…

Wenn ich mich jetzt also anschicke, unter der Überschrift “Produktivität” unterschiedliche Techniken und Ansätze vorzustellen, die dir helfen können, produktiver, gelassener und effektiver zu werden, dann tue ich das aus der Position des Wissenden heraus und weniger aus der Position des Könners. Vor dem Hintergrund meines “walk your talk” Anspruchs, zu deutsch “lebe, was du predigst”, ist das ein ziemlich trauriges und erschreckendes Eingeständnis.

Glücklicherweise bin ich kein Prediger und nochmal glücklicherweise kann ich mich ja einem anderen Anspruch verpflichten: “teach what you need” -- bring anderen bei, was du selbst am besten gebrauchen kannst.

So hat mich die verzwickte Situation heute, wie es sich für einen spontanen Kreativen gehört, zu einem neuen Lern- und Entwicklungsprojekt geführt: Ich werde parallel zu den Boost-It-Videos einen weiteren Video-Strang auflegen, in welchem ich meinen Lernprozess auf beiden Baustellen “Projektmanagement” und “Produktivität” dokumentiere.

Um mich vor allzu großen Peinlichkeiten zu bewahren werde ich diese Videos allerdings vorerst im Stillen produzieren. Bei Erfolg werde ich diese zu einem späteren Zeitpunkt posten oder bei Misserfolg zu gegebener Zeit von der Festplatte und von YouTube löschen.

Was lernen wir daraus: Wenn wir (wieder mal) loslegen mit unserem Ding, (weil wir uns endlich mal wieder trauen), dann werden wir ziemlich schnell mit Themen und Fragestellungen konfrontiert, die uns herausfordern. Dann gibt es mindestens zwei Möglichkeiten: Sofort zurück ins Versteck und das eigene Projekt wieder auf Eis legen oder die Schmach anerkennen, die Körperspannung auffrischen und lernen, was zu lernen ist.

Nummer 58: Alles nach draußen bringen

Aber um welches Konzept geht es heute überhaupt? Das Thema für heute habe ich mit einer Zufallsapp ausgewählt. 58 hat jene ausgespuckt und in der Zeile 58 meiner Produktivitätsliste findet sich das Thema “Alles nach draußen bringen”. Nein, du sollst nicht deine Wohnung entrümpeln. Obwohl das auch eine gute Idee sein kann…

Zum Glück nutze ich eine Zufallsapp, sonst hätte ich das Thema aufgrund massiven inneren Widerstands für immer auf die lange Bank geschoben.

Learning an dieser Stelle: Manchmal ist es hilfreich, äußere Hilfe in Entscheidungsprozessen zurate zu ziehen. Und wenn man keine Lust auf einen Chef hat, dann kann im Zweifelsfall auch ein Zufallsgenerator helfen.

Das Thema also “Alles nach draußen bringen”. David Allen, der Entwickler des Getting Things Done Ansatzes, von dem dieser Gedanke stammt, spricht von “alles erfassen” und er verfolgt damit mehrere Anliegen:

  • Erstens möchte er uns einen Weg aufzeigen, wie wir unser Gehirn und noch genauer den Prozess unserer Aufmerksamkeit und unseres Denkens von dem ganzen Kram befreien können, der da die ganze Zeit herumfliegt und uns belastet. Kurzum: Das erste Anliegen geht in Richtung Gelassenheit. Wir entlasten uns davon, ständig über die Dinge nachzudenken, die noch erledigt, entschieden, geklärt, besorgt, versorgt, geordnet, aufgeräumt und so weiter werden wollen.
  • Zweitens lädt er uns ein, jenen Platz in unserm Kopf zu schaffen, der uns erlaubt, uns auf die Aufgabe mit der wir gerade befasst sind voll und ganz zu konzentrieren, oder uns auf den Genussmoment, indem wir uns gerade befinden, voll und ganz einzulassen. Kurzum: Das zweite Anliegen geht in Richtung Effektivität und Achtsamkeit.
  • Zuletzt verweist er darauf, dass der Zugang zu unserer Kreativität und Problemlösungskompetenz massiv erschwert wird, wenn wir im Geiste permanent damit beschäftig sind, uns Rechenschaft über die vielen unterschiedlichen Dinge abzulegen, die unerledigt in uns herum wabern.

Dies also mögliche gute Gründe, David Allens Ansatz in Betracht zu ziehen.

Wie aber genau gehst du vor, wenn du alles erfassen möchtest?

David Allen schlägt folgende Sammelbehälter für unser Zeug vor:

  1. Der traditionelle Eingangskorb
  2. Schreibpapier und Blöcke
  3. Elektronische Notizen
  4. Akkustische Speicherung (z.B. auf dem Smartphone)
  5. E-Mail-Programm

Und Allen schlägt drei wichtige Erfolgsrezepte für das Erfassen vor:

  1. Alle losen Enden im Erfassungssystem erfassen -- also alles dort ablegen, was im Kopf herumschwirrt, sonst so herumfliegt oder sich irgendwo stapelt und unsere Lebenslandschaft verbaut. Noch keine Ahnung, wie mir das als Kreativer (Chaot) gelingen soll, aber ich werde davon berichten.
  2. Möglichst wenige Sammelbehälter. Da könnten im ersten Moment Fragen aufkommen: Wieso wenige, wenn ich so viel Zeug habe? Ähm, weil es nachher auch darum geht, einen Überblick über Sammelbehälter und deren Inhalte zu behalten und diese regelmäßig zu leeren. Das wird schwieriger mit steigender Anzahl an Behältern und Sammelorten. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede…
  3. Die Sammelbehälter müssen regelmäßig geleert werden. Noch keine Ahnung, wie mir das als Kreativer (Chaot) gelingen soll, aber ich werde davon berichten.

Soweit so gut. WTF?

David Allen geht sogar soweit vorzuschlagen, man solle zu einem gegebenen Zeitpunkt alles zusammentragen, was in unserem Inneren und im Außén herum liegt und fliegt und sich einem umfassenden Projekt des Erfassens widmen.

Oh mein Gott! Schon allein, wenn ich daran denke, möchte ich den Kopf in den Sand stecken oder mich gleich mal unauffällig nach Bolivien absetzen.

Und wie geht es dir mit diesem Ansatz? Geht es dir ähnlich wie mir? Oder bekommst du direkt Lust, dich daran zu machen, um ein bisschen mehr Ordnung in deine Umgebung und mehr Raum in deinem Kopf zu schaffen? Klingt das für dich nach einer Möglichkeit, wie du dein Ding ein bisschen gelassener gewuppt bekommst?

Damit das ganze Sinn macht, ist es nach David Allen entscheidend, die Sammelbehälter regelmäßig zu leeren, um die Inhalte

  • durchzuarbeiten,
  • zu ordnen,
  • zu entscheiden, was damit wann passieren soll und
  • die konkreten Aufgaben dann auch zu erledigen.

Und ganz ehrlich: Also da kann ich ihm auf jeden Fall folgen. Also theoretisch…

Getting things done und die Lounge

Wenn du Geduld hast, dann sei vergewissert, dass ich beizeiten auch über diese weiteren Punkte des GTD-Ansatzes schreiben werde.

Wenn bei dir Not am Mann oder an der Frau ist oder wenn du einfach das Bedürfnis hast, schneller an die hilfreichen Infos zu kommen, dann empfehle ich dir David Allens Buch “Wie ich die Dinge geregelt kriege”. Das findest du zum Beispiel unter folgendem Link auf Amazon: Zum Buch (Affiliate Link).

Wenn du darüber hinaus Lust hast,

  • dich mit anderen und mir unter der Überschrift “Gelassen dein Ding machen” über diesen und weitere Ansätze auszutauschen,
  • Gelassenheit, Leichtigkeit und tiefen Flow zu kultivieren sowie
  • mit konkreten Fragestellungen, Herausforderungen und Problemen weiterzukommen,

dann empfehle ich dir die Boost Your Moojo Lounges.

Author Martin Wedgwood

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